Über KLAR!

Das KLAR!-Programm

KLAR! steht für Klimawandel-Anpassungsmodellregionen und ist ein Programm, das Gemeinden und Regionen in ganz Österrreich unterstützt sich aktiv und vorausschauend auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Gefördert wird das Programm durch den Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung. Es begleitet Regionen auf ihrem Weg zu maßgeschneiderten Anpassungsstrategien. Die KLAR!s entwickeln regionale Anpassungskonzepte, setzen konkrete Maßnahmen um und bauen Wissen sowie Bewusstsein in der Bevölkerung auf. Zudem profitieren sie vom österreichweiten KLAR!-Netzwerk, dem Austausch mit Expert:innen und dem Zugang zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.Mit zunehmend steigenden Temperaturen, häufigeren Extremwetterereignissen wie Starkregen, Hitzeperioden oder Murenabgängen sind Regionen in ganz Österreich von den Auswirkungen des Klimawandels bereits stark betroffen.
Aktuell gibt es 91 KLAR!s in Österreichorte-von-morgen.at

KLAR! Karnische Anpassung

 

Das Projekt

Der Klimawandel betrifft uns alle – und wir sind alle gefordert, uns den Herausforderungen zu stellen, Chancen zu erkennen und zukunftsorientierte Lösungen sowie innovative Aktionen zu entwickeln. Welche Beweggründe stecken dahinter, dass sich eine Region für das KLAR!-Programm entscheidet? Und wie sah der Weg zur KLAR! Karnischen Anpassung aus? Der Weg zur KLAR! begann mit einer Idee, die politisch von den acht teilnehmenden Gemeinden getragen wurde – Gemeinden, die bereits in der LAG Hermagor und der KEM Karnische Energie gemeinsam für die Region an einem Strang ziehen. Auch die Entscheidung, dass die Marktgemeinde Kötschach-Mauthen die Trägerschaft der KLAR! übernimmt, wurde gemeinsam getroffen. In der Sitzung des Gemeindeverbandes Karnische Region am 12. März 2024 wurde der Entwurf für die KLAR! Karnische Anpassung vorgestellt und anschließend offiziell die Finanzierung in Form von Eigenmittel der sieben dort vertretenen Gemeinden – Lesachtal, Kötschach-Mauthen, Dellach, Kirchbach, Hermagor-Pressegger See, Gitschtal und St. Stefan – veschlossen. Die Zustimmung des Weißensees als achte KLAR! Gemeinde wurde ebenfalls eingeholt. Ende März 2024 wurde der vollständige Antrag für die KLAR! Karnische Anpassung bei der Förderstelle eingereicht und Ende Juni 2024 positiv bewertet und genehmigt. Der Start der Konzeptphase erfolgte dann Anfang August 2024. Diese einjährige Phase der KLAR! war geprägt von persönlichen Abstimmungsgesprächen in den einzelnen Gemeinden zur Definierung von 11 Maßnahmen für die Umsetzungsphase, Vorstellung der KLAR! in diversen Gemeinderatssitzungen, einer Auftaktveranstaltung im November 2024, einer Fachveranstaltung zum Thema Naturgefahren im Juni 2025 sowie der Erstellung eines regionalen Anpassungskonzeptes. Termingerecht wurde die Konzeptphase Anfang August 2025 abgeschlossen und alle dafür erforderlichen Berichte an die Förderstelle übermittelt. Nach positiver Prüfung des Anpassungskonzeptes und den geplanten 11 Maßnahmen durch die Förderstelle, startete die KLAR! Karnische Anpassung Anfang November 2025 offiziell mit der Umsetzungsphase, die nun bis November 2027 andauert. Alle Maßnahmen und Aktivitäten der KLAR! Karnischen Anpassung passieren in Abstimmung mit den teilnehmenden Gemeinden sowie den regionalen und überregionalen Klimawandelanpassungsstrategien, wie z.B. mit dem regionalen Klimawandelanpassungscheck im Rahmen des IREP 2.0. Obwohl die Umsetzungsphase der KLAR! bereits sehr detailliert geplant ist, nimmt das KLAR!-Management gerne Anregungen, Ideen, Überlegungen u.ä. entgegen um gemeinsam an einer klimafitten Region zu arbeiten. 

Herausforderungen und Chancen

Im Rahmen des Anpassungskonzeptes der KLAR! Karnischen Anpassung wurde eine SWOT Analyse durchgeführt, die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der Region Hermagor hinsichtlich des Klimawandels darstellt. Die Risiken und Chancen sollen hier aufgelistet werden:

Chancen

Risiken

Entwicklung eines regionalen Best-Practice-Pools durch vielfältige Herausforderungen
Innovationspotenzial in der Landschaft (z.B. neuen Kulturen)
Naturgefahrenerpropte Bevölkerung mit hoher Akzeptanz für Vorsorgemaßnahmen
Langfristige wirtschaftliche Vorteile durch Vorsorgemaßnahmen
Klimabedingte Saisonverlängerung stärkt Ganzjahrestourismus
Aufbau von Resilienz durch gezielte Maßnahmen in Tourismus, Infrastruktur und Kommunikation
Starke Kooperationsstruktur zwischen KLAR!, KEM Gemeinden und Tourismusorganisationen
Zugang zu nationalen Förderprogrammen für Modellregionen
Strategische Raumgestaltung als neues zentrales Anpassungsinstrument
Touristische Differenzierung durch klimafitte Angebote
Finanzielle Engpässe können Prioritäten verschieben – weniger öffentliche Unterstützung
Zunahme klimatischer Extremereignisse gefährdet Infrastruktur und Landschaftsbild
Verunsicherung der Bevölkerung durch mangelhafte oder falsche Kommunikation
Strukturwandel in der Landwirtschaft, z.B. durch Wassermangel
Verlust klimatischer Standortvorteile gegenüber anderen Destinationen
Abwanderung und Fachkräftemangel verschärfen wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen
Fehlende Koordination in Krisenzeiten – unklare Zuständigkeiten, mangelnde Einbindung touristischer Akteure
Gefahr symolischer Maßnahmen ohne operativen Umsetzungspfad
Investitionslücke bei unklarer Priorisierung von Klimaanpassung

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